Was ist Kautschuk

Das ist Gummi

In Asien, Afrika und Südamerika ist der Kautschukbaum zu finden. Gummi wird zu vielen verschiedenen Produkten verarbeitet. Wir begegnen dem Material oft im Alltag und wissen doch kaum etwas darüber. Gummi ist ein Sammelbegriff für natürliche oder synthetische Stoffe, die bei Raumtemperatur gummielastische Eigenschaften aufweisen. Extraktion von Latex aus dem Kautschukbaum Hevea brasiliensis.

Gummi

Der Begriff Kautschuk (indian. cao = Baum und Ocho = Riss) ist ein Oberbegriff für flexible Kunststoffe, aus denen Kautschuk besteht. Der Kautschuk kann auf vulkanisierte, unvulkanisierte oder vorvulkanisierte Weise verarbeitet werden. Es gibt einige Arten von Kautschuk, die von Werken produziert werden: Natürlicher Kautschuk, bestehend aus Latexprodukten (dem Latexsaft des Kautschukbaumes (Hevea brasiliensis)), ist der wirtschaftlich bedeutendste von ihnen. Synthesekautschuke, die heute etwa 60 Prozent des globalen Verbrauchs decken, sind in vielen Variationen erhältlich.

Unter Gummi versteht man auch Fakten und Gummi regeneriert sich. Das älteste bekannte Gummiobjekt stammt aus dem Jahr 1600 v. Chr. Aus Mittelamerika wurde der Gummi erstmals von wenigen Menschen in Europa entdeckt, wie z. B. dem Kaiser Karl V., dem von Hernán Cortés ein aztekisches Ballspielteam gezeigt wurde.

Während einer Forschungsreise für die Universität der Wissenschaften in Paris von 1735 bis 1745 hat Charles Marie de La Condamine beobachtet, wie Gummi im amazonischen Raum eingesetzt wurde, und die indische Produktionsmethode beschrieben. Daraus ergaben sich weitere Meldungen und erste europäische Experimente mit dem neuen Material: 1761 wurde ein Lösemittel für Festkautschuk entdeckt, um 1770 ein Radierer hergestellt, 1791 ein erstes von Samuel Peal entwickeltes zum Auftragen von im Terrpentin gelöstem Gummi auf den Stoff, 1824 der erste Regenkittel oder Macintosh und die "Wellington Boots".

Ungeachtet dieser und anderer Errungenschaften war das Produkt immer noch schwierig zu verarbeiten, da es bei großer Erwärmung zu haften begann und bei starker Erwärmung bröckelte. Nachdem Charles Gojears Vulkanisationsprozess 1839 erfunden wurde, erlebte das Amazonasgebiet zwischen 1839 und 1910 einen Gummi-Boom, der die beiden Metropolen Manaus und Belém zu den seinerzeit wohlhabendsten Gebieten Brasiliens machte.

Damit sollte Gummi aus Amazonasgebieten, die mit dem Boot kaum zu erreichen waren, nach Porto Velho, am Rio Madeira, transportiert werden. Der Eisenbahnverbund wurde auch im Abkommen von Petrópolis zwischen Bolivien und Brasilien genannt, da man sich darauf einigte, die Linie von der brasilianischen Grenzstadt Hongkong-Mirim am Fluss Mamoré bis zur bolivianischen Ortschaft Riberalta auszubauen.

Dies wurde jedoch nie realisiert, da der Gummibaum vorher aus war. Nach dem Kautschuk in Gestalt von Kautschuk zu einem bedeutenden Material wurde versucht, Gummibäume auf Pflanzungen anzubauen. Schon 1876 hatte der Brite Henry Wickham rund 70.000 Gummisamen aus Brasilien nach Ceylon (heute Sri Lanka) geschleust, aber erst zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts traten aus Asien grössere Stückzahlen auf den Verkauf.

Vor allem im Kongo-Freistaat unter der Regierung von Leopold I. war die indigene Bevölkerungsgruppe durch brutale Mittel ("Gräueltaten des Kongo") zum Sammeln von Gummi verpflichtet; in den französichen Besatzungsgebieten wie Gabun und der ZAR wurden auch die Bewohner für diesen Zwecke instrumentalisiert. Bei Pflanzungen außerhalb Brasiliens könnte der Marktpreis sinken, und der Gummi-Boom in Amazonien ging zu Ende.

Deshalb entwickelten sie 1920 den Stevenson-Plan, ein Gummikartell, das vor allem zu Lasten der USA, des grössten Konsumenten, ging. Es war zu dieser Zeit, als Henry Fords Vorhaben geboren wurde, selbst Gummi in Brasilien zu züchten. Die heutige Ford in Ford-Fordândia, in der Stadt Aveiro, beschäftigt in den 1920er Jahren bis zu 5000 Mitarbeiter, aber aufgrund diverser Probleme, wie z.B. des schweren Pilzbefalls durch den in Brasilien auftretenden Microcyclus urlei, scheiterte das Vorhaben.

1 ] 1934 gab es einen weiteren Anlauf, den Gummipreis zu regulieren (en:International Gummi Regulierungsabkommen). In beiden Weltkriegen hat Deutschland den Zugriff auf seine Kautschukquellen verloren und die Suche nach Alternativmethoden angeregt. Schon während des Zweiten Weltkriegs wurde Gummi selten. In der Vergangenheit gab es Bestrebungen, andere gummiproduzierende Werke zu errichten.

Die Wehrmacht hat während der russischen Kampagne russischen Forschungsbedarf über die Nutzung von Pusteblume (Taraxacum kok-saghyz Rodin) für die Gummiherstellung erfasst[3]. 1944 gab es in Osteuropa den deutschen Plan, Löwenzähne auf 120.000 ha in Osteuropa zu züchten, da sie zwischen 6 und 10 Prozent Gummi[4] in ihren Ursprüngen enthielten, was durch den Verlauf des Krieges nicht mehr möglich wurde.

Kautschuk ist auch hier mit einem Gehalt von 7 bis 10 Prozent vor allem in den Rüben angesiedelt. 1879 machte er es möglich, dass Gustave Berouchardat zum ersten Mal in einem mehrmonatigen Prozess Synthesekautschuk herstellen konnte, indem er das aus Gummi extrahierte Iso-Pren zusammen mit Chlorwasserstoffsäure erwärmte und eine gummiähnliche Masse gewann. J. Kondakow produzierte um 1900 den ersten Vollsynthesekautschuk aus Dimethylbutadien und bereits 1909 wurde Fritz Hofmann das erste patentrechtliche Schutzrecht für die Produktion von Synthesekautschuk gewährt.

Als erster ökonomisch nutzbarer Synthesekautschuk wurde 1929 von Walter Bock entwickelter Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR), ein Emulsionspolymer aus 1,3-Butadien und Polystyrol, eingesetzt. Im Laufe der Jahre wurden immer mehr Synthesekautschuke für besondere Anforderungen auf den Markt kommen. Anschließend wird das angefeuchtete Gewebe auf unterschiedliche Weise ausgewaschen, trocknet und geformt. Der Gummi durchläuft gerippte Rollen, gefolgt von einigen glatten Rollen.

Der Gummi wird dann in einem Walzenwerk zu einem glatten Streifen von wenigen Millimetern Dicke und etwa einem halben Metern Breite gerollt, und die zuletzt gefertigte Rolle gleicht einem charakteristischen Motiv. Naturgummi kann auch in Pulverform verkauft werden. Kautschuk wird heute überwiegend künstlich durch Polymeren erzeugt.

Derzeit macht Synthesekautschuk etwa 60 Prozent des gesamten Kautschukbedarfs aus. Das sind die meistverkauften Synthetis:: Durch die Vulkanisierung verändern sich die Gummieigenschaften merklich. Darüber hinaus wird Gummi heute in der Regel als Verbindung eingesetzt. Nicht vulkanisierter Gummi ist zähflüssig, d.h. nach dem Aufbringen einer externen Belastung expandiert das Material allmählich bis zur endgültigen Dehnung und kehrt nach dem Aufbringen der Last nicht ganz in seine Ausgangsform zurück.

Gummi weist nach der Vulkanisierung zwei wesentliche Elastizitätsstufen auf: Das Material ist bei höheren Geschwindigkeiten noch zähelastisch, während es bei niedrigen Geschwindigkeiten ein dehnbares Eigenschaftsprofil aufweist. Wird jedoch die Glasumwandlungstemperatur nicht erreicht, wird Gummi härter und spröder. Gummi wird in der Regel durch Zusatzstoffe wie Ruß zur Erhöhung der Abriebbeständigkeit von PKW-Reifen, Weichmachern, Factis (vernetzte Mineral- oder Pflanzenöle mit gummiähnlichen Eigenschaften), vernetzenden Chemikalien, Antioxidantien, Flammschutzmitteln und Pigmenten oder Farbstoffen vervollständigt.

Es werden sowohl Natur- als auch Synthesekautschuk aufbereitet. Gummi kann zu Porenkautschuk, auch Schwammgummi genannt, weiter verarbeitet werden, bei dem der Elastikschaum eine Porstruktur von vollständig verschlossen bis vollständig offen aufweisen kann. Bei der Herstellung von PKW-Reifen werden zwischen 65 und 70 Prozent des Gesamtkautschuks eingesetzt. Naturgummi kann als einziges Polymere oder in Gemischen mit synthetischen Kautschuken eingesetzt werden.

Schaumgummi wird für Federkern- und Schwammmatratzen eingesetzt. Eine weitere wichtige Anwendung sind Dichtprofile aus Kautschuk. Wegen der guten Bewitterungseigenschaften wird EPDM vor allem für diesen Zweck eingesetzt. Bekleidung und andere Gegenstände aus Kautschuk (Latex) oder Kautschuk reizt die Oberhaut und andere Sinnesorgane (Geruch, Optik) in besonderer Weise (Hitze - Kälte, Luftfeuchtigkeit, Hervorhebung von Körperformen) und dient so dem Kautschukfetischismus.

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