Das Färben von Wolle mit Krapp
ohne Thermometer

Anfang Juni 2007 wollte ich gerne mal wieder rot mit Krappwurzeln färben. Aber ich hatte immer noch kein Thermometer. Also keine Möglichkeit, die Temperatur zu überwachen.

Es heißt, daß man bei Krapp eine Färbetemperatur von 70 Grad nicht überschreiten darf, weil die Färbung dann braun wird. Aber na ja... ein schönes Krapp-Braun ist vielleicht auch ganz nett dachte ich mir.

Und ich hatte nicht wirklich viel Informationen, wieviel Wolle ich in 250 g Krapp-Pulver färben kann. Pulverisierte Krappwurzeln färben ja intensiver als die kleingeschnittenen Wurzeln.

Also habe ich erst mal die 250 g Krapp-Pulver über Nacht in Wasser eingeweicht.

Die Wolle habe ich wie immer vorgebeizt. Mit Alaun und Weinstein. Dann habe ich die Wolle ein paar Tage feucht, ohne Auswaschen, liegen lassen.

Nachdem das Krapp über Nacht eingeweicht war habe ich den Topf auf den Herd gestellt und 300 g Wolle hineingetan. Dann habe ich den Topf mit warmen Wasser aufgefüllt.

 

Sieht ganz schön braun aus die Brühe. Aber das kommt von dem Krapp-Pulver, das sich in der Wolle absetzt. Ich habe den Herd erst mal auf die höchste Stufe eingestellt, damit die Färbeflotte warm wurde.

Nun das Problem der Temperaturmessung... ich wartete ab, bis alles sehr warm war. Dazu steckte ich immer wieder mal meinen Finger in die Flotte. Keine Ahnung, was das letztendlich für eine Temperatur war. Es war schon ganz schön heiß.

Ich habe den Regler vom Elektroherd dann auf die niedrigste Stufe gestellt - auf Stufe 1. Weniger wäre sowieso nicht gegangen. Ich dachte, entweder wird es rötlich oder bräunlich. Mal sehen....

Nach ca. 45 Minuten habe ich die drei Wollstränge aus dem Färbebad genommen. Ist eigentlich supergut geworden. Ich bin zufrieden.
Hier sieht man schön, wie einfach sich die braunen Krapp-Pulverreste ausspülen lassen. Und hervor kommt ein schönes Krapprot.
Die Wolle beim Trocknen. Ist ein wenig fleckig geworden.
Aber mir gefällt es.
Weil die Färberflotte noch so schön satt braun war, habe ich noch ganz mutig vier weitere vorgebeizte Wollstränge reingetan. Das heißt, nun hatte ich insgesamt 700 g Wolle auf 250 g gemahlenen Krapp!
Ob das was wird?
Jaaaaa! Sogar noch schöner. Denn ich habe die vier Wollstränge eine Stunde lang bei Stufe 1 auf dem Herd gelassen und dann einfach ausgeschalten. Das Ganze blieb dann über Nacht so stehen und ich habe die Wolle erst am nächten Tag ausgewaschen. Die Färbung war regelmäßiger und satter, als bei der ersten Färbung.

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