Das Färben von Wolle und Seide
mit Krapp

Krapp färben - ja das wollte ich lange schon. Aber mangels eines Thermometers hat es bis jetzt nie geklappt. Im Alamannenmuseum Ellwangen durfte ich dann aber den Versuch starten. Dort gibt es einen großen Färberkessel und auch das Messen der Temperatur war kein Problem.

Also habe ich die Wolle mit Alaun und Weinstein gebeizt, eine Woche feucht liegen lassen, ausgewaschen... und am Abend vor der Färberaktion habe ich etwa 300 g Krapp genommen, es in heißem Wasser eingerührt (staubt wie verrückt - vorsicht) und es über Nacht quellen lassen.

Ich habe Krapp in Pulverform gekauft. Das ist geschickter denke ich, weil sich nicht so viele Pflanzenreste in der Wolle absetzen und man braucht nicht extra einen Färberbeutel.

Im Museum haben wir dann erst mal Feuer geschürt und Wasser erhitzt. Dann wurde meine Krapp-Suppe dazugeleert. Lecker :-)

Die Temperatur muss ständig überwacht werden. Krapp sollte nicht kochen, denn dann färbt es nicht mehr rot sonder braun. Hab ich gelesen. Also nicht so ganz einfach, mit Holzfeuer eine konstante Temperatur zu halten.


Ein tolles Thermometer hat sich da Willi aus der Gruppe einfallen lassen. Ein ausgebauter Wärmefühler aus ner alten Heizanlage oder so. Genial.

Bei 70 Grad kommt die Wolle in den Färbepott... 400 Gramm Wolle hatte ich dabei. Und eine Baumwollwindel und ein Seidentuch haben wir dann auch noch mitgefärbt.

Und dann wird die Temperatur ständig überwacht. Oh weh... es wird zu heiß! Schon über 80 Grad...

Willi hat dann gleich Holz und Kohle rausgenommen. Aber das hat nicht so viel gebracht...

 

Also haben wir dann kaltes Wasser nachgefüllt. Letzte Rettung. Ich war nicht so überzeugt, ob es noch was wird mit dem Rot. Im Färbersud sah die Wolle schon echt sehr braun aus.
Eine Stunde lang haben wir das Ganze dann immer wieder vorsichtig umgerührt und immer wieder nach der Temperatur geschaut.
Dann der große Moment... die Wolle kommt aus dem Färbepott. Ist echt schön geworden!
Mit viel klarem Wasser wird dann die braune Krappbrühe ausgewaschen. Eigentlich hätte ich das erst am nächsten Tag gemacht, wenn ich zuhause gefärbt hätte. Aber es ging aus so gut.

Und hier das Ergebnis. Ein wirklich schönes Krapprot ist das geworden. Komischerweise hat die Baumwollwindel einen richtigen Farbstich ins Rosarote - was aber auch sehr schön aussieht. Während die Wolle und die Seide rotbraun geworden sind.

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