Regilla zeigt uns das Blaufärben mit Indigo

 

 

Wir sehen uns regelmäßig beim Stuttgarter Flinkhand Werkel Treffen. Das macht viel Spaß und man kann viel lernen. Wie letztens zum Beispiel. Wir waren zu Gast bei Regilla und sie zeigte uns, wie man einfach und gut Wolle blau färben kann.

Viele haben Angst oder zumindest Respekt vor dem Blaufärben mit Indigo. Man braucht chemische Dinge wie Natriumdingsbums und was liest man nicht alles von Küpe ansetzen und so. Und oft hört man sogar, dass dann die Blaufärbung nicht geglückt ist. Sieht auf den ersten Blick alles sehr kompliziert aus. Man traut sich nicht so richtig ran. Aber Regilla hat uns versichert, dass es ganz einfach ist.

Zuerst muss das Wasser im Kessel eine Temperatur von 55 - 60 Grad Celsius erreichen.

   

Dann wird das Indigo-Pulver abgemessen. Sehr ergiebig das Zeug. Hätte ich nicht gedacht. Regilla nimmt zum Abmessen ein Waschpulver-Maß. Sie hat sich einmal die Mühe gemacht und die abgewogenen Pülverchen dort abgemessen. Das ist sehr praktisch. Man muss nichts mehr wiegen. Und wer hat schon so ne feine Goldwaage? Pulver wiegt ja fast nichts.

Also auf jeden Fall haben wir 20 g bzw. ca. 35 ml im Messbecher genommen.

   
Und das Indigo-Pulver kommt dann einfach in das knapp 60 Grad warme Wasser und wird vorsichtig reingerührt.
   

Jetzt kommt die Chemie. Denn das Wasser muss alkalisch werden - eine Lauge. Und dazu kann man ganz einfach einen Entfärber nehmen, der Natriumcarbonat und Soda enthält. Wie zum Beispiel der Heitmann Power Entfärber Extra Stark. So etwas bekommt man in jedem gut bestücktem Drogeriemarkt. Wirklich ganz einfach.

Vom Entfärber haben wir 40 g bzw. etwa 70 ml im Messbecher genommen. Also die doppelte Menge wie das Indigopulver.

   

Dann wird mit Indiaktionspapier getestet, ob die Küpe, also die Färbeflüssigkeit, alkalisch genug ist. Färbt sich der Papierstreifen dunkelblau, dann ist alles bereit. Wenn nicht, dann kann man noch zusätzlich etwa 20 g Soda dazu geben. Das war bei uns aber gar nicht mehr nötig.

Ich hab vergessen zu fragen, wo man so Testpapierstreifen her bekommt. Aber ich nehme mal an, das wird es in jeder Apotheke geben.

   
Und zu guter Letzt kommt noch ganz einfaches Salz in die Brühe. Und zwar etwa 20 g Salz pro 100 g Wolle. Regilla hat für 500 g Wolle dann erst mal 120 ml Salz im Messbecher abgemessen.
   
Das Ganze wird dann vorsichtig eingerührt.
   

Nun werden die Wollstränge in lauwarmen Wasser schön ausgewaschen und durchnässt. Und danach, wenn sie richtig schön nass sind, vorsichtig in den Färbetopf gelegt. Die Wolle verfärbt sich dort erst mal gelb. Das ist richtig so. Ab und zu muss man dann ganz vorsichtig umrühren.

Wir haben übrigens beim ersten Zug 600 g Wolle rein getan.

   
   

So, jetzt muss die Wolle so etwa eine halbe Stunde bei knapp 60 Grad im Topf bleiben.

Nach einer halben Stunde haben wir die Wolle vorsichtig aus dem Topf genommen. Man kann da so richtig mit ansehen, wie sich die dann gelbe Wolle an der Luft recht schnell in ein wunderschönes Blau verwandelt. Da konnten wir so richtig unser blaues Wunder erleben.

   
   
Die Wolle wurde noch einmal schön ausgedrückt und dann aufgehängt. Der Sauerstoff in der Luft macht die Wolle wunderschön blau. Erst später sollte man die Wolle auswaschen. Am besten mit einem sanften Wollwaschmittel.
Wer mag, kann auch einen Schuss Haushaltsessig dazu verwenden. Der neutralisiert dann die Lauge.
   

Hier unser Ergebnis. Wunderschön blaue Wollstränge. Wir haben in diesen 20 g Indigo übrigens drei Züge Wolle gefärbt.

600 g Wolle im ersten Zug - schönes dunkles Blau.
600 g im zweiten Zug - immer noch schönes mittleres Jeansblau.
600 g im dritten Zug - immer noch mittleres Blau, nur ein ganz wenig fleckig.

Indigo ist wirklich wahnsinnig ergiebig. Mit wenig Pulver kann man echt viel Wolle färben.

Danke Regilla für den schönen Färberabend!!!!

 
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