Das Beizen von Wolle

Beim Wolle-Traub in Winterbach habe ich mir ungefärbte, aber schon gewaschene Rohwolle gekauft. Traub führt auch viele Färbedrogen und Beizmittel.

Da in meinem Färbebuch (Wolle und Seide mit Naturstoffen färben von Dorothea Fischer AT Verlag ISBN 3-85502-642-4) viele Rezepte mit den Beizstoffen Alaun und Weinstein sind, habe ich diese beiden Beizstoffe gekauft.

Die Wollstränge müssen vor dem Beizen und Färben abgebunden werden. Ich habe dummerweise lila Wollfäden dazu verwendet. Man sollte dazu ungefärbte Wolle verwenden, damit keine Abfärbungen entstehen. Wieder was dazugelernt.

Zum Abbinden teilt man den Wollstrang in drei Teile. Dann kommt der Abbindfaden drunter, drüber und wieder drunter. Das Ganze dann auch wieder zurück. Ich hoffe, auf den Bildern unten versteht man, was ich damit meine. Jeder Wollstrang sollte so an mindestens vier Stellen abgebunden werden. Sonst hat man nach dem Färben ein übles Kuddelmuddel und kann die Wolle kaum noch gut zum Wollknäuel wickeln.

 

Ich habe im ganzen Haus nach einem alten, großen, emallierten Topf gesucht. Leider ohne Erfolg. Deshalb habe ich dann im Keller den großen Kupfer-Übertopf genommen. Ich hoffe, daß das Kupfer die Färbung nicht negativ beeinflusst.

In dem Topf habe ich dann etwa 500 g Alaun und etwa 50 g Weinstein in etwas heißem Wasser aufgelöst. Das ging ganz einfach und schnell. Aber das war viel, viel, viel zuviel... Es genügt wenig Alaun. Etwa 10 - 15 % davon je nach Färberrezept. Und Weinstein noch weniger!

Ich bin kein Freund von Abwiegen und Messen. Ich schütte immer etwas Alaun und weniger Weinstein in den Topf nach Gefühl. Dafür nehme ich gerne in Kauf, mich von den Färbeergebnissen überraschen zu lassen.

Dann habe ich nach und nach heißes Wasser aufgefüllt (im Wasserkocher vorgekocht, damit die große Menge Wasser schneller heiß wird).

Die abgebundene Wollstränge (6 Stück) und ein Seiden-Chiffon-Tuch (1,16 x 3 m) habe ich dann in der Beize eine Stunde lang gekocht und im Topf über Nacht langsam abkühlen lassen. Keine Ahnung, ob das von der Menge her reicht. Ich war aber noch nie der Freund vom Abwiegen und will aus dem Färbeversuch auch keine Wissenschaft machen :-)

Die Wolle und das Tuch habe ich dann am nächsten Tag erst mal in eine kleine Plastikwanne umgefüllt, damit ich im Topf mit dem Färben beginnen konnte.

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